Zum Auftakt des literarischen Jahres der Andernacher Bibliothek hielt Eva-Maria Gerstkamp einen Vortrag zum Thema „Raunächte“. 43 Zuhörerinnen und Zuhörer waren gekommen. Der Vortrag wurde durch ein „Raunachtsmärchen“ ergänzt, vorgetragen von einer Märchenerzählerin. Die Gruppe war altersgemischt, wobei der Anteil von Männern im mittleren Alter und jungen Leute im Vergleich zu den Vorjahren zugenommen hat.

Auch in der katholischen Bücherei in Rhöndorf war ihr Vortrag mit 32 Zuhörerinnen und Zuhörern gut besucht. Auch hier fiel den Organisatorinnen besonders das gestiegene Interesse männlicher und jüngerer Zuhörer auf.

Warum man „zwischen den Jahren“ keine Wäsche waschen soll , wussten die Zuhörerinnen und Zuhörer – und nicht nur das. Sie waren gekommen, um noch mehr darüber zu erfahren, warum heute noch welches Brauchtum lebendig ist, das aus der tiefsten Vergangenheit unserer Vorfahren kommt – und sie wollten Zusammenhänge verstehen. Sie erfuhren, dass Inhalte des Themas „Raunächte“ auf eines unserer ältesten literarischen Werke, die „Edda“ zurückgeht, die im christianisierten Island des 13. Jahrhunderts als „Götter- und Heldensagen“ niedergeschrieben, aber vorher jahrhundertelang mündlich überliefert worden waren. Die Vermischung von Mystik  und Naturbeobachtung, die die Menschen damals als Erklärungsmuster für ihre Lebenswirklichkeit hatten, haben auch heute noch die Zuhörerinnen und Zuhörer in ihren Bann gezogen.