Am 7. Mai 2026 las Dr. Annegret Braun in der Dollendorfer Bücherstube aus ihrem Buch „Die Sekretärin“. Wie sah der Beruf der Sekretärin in den 1950er Jahren aus? Und welche Lebensträume hatten sie? Die Kulturwissenschaftlerin Dr. Annegret Braun berichtete bei ihrer Lesung vom Leben junger Frauen, die in den 1950er Jahren zwischen Tradition und Emanzipation standen.
Die Autorin lässt in ihrem aktuellen Buch die Sekretärinnen mittels bisher unveröffentlichter Tagebüchern selbst zu Wort kommen. Im Mittelpunkt steht Doris, eine Zugsekretärin in modernen Fernzügen. Damit wird auch ein Stück Zeitgeschichte sichtbar gemacht. Wer weiß heute noch, was eine Zugsekretärin ist? Doris erzählt in ihren Tagebüchern über ihren spannenden Beruf, über ihre Lebensträume und über ihre Bemühungen, den Mann fürs Leben zu finden. Aus den lebendigen Erzählungen der Sekretärinnen entsteht das Porträt eines Jahrzehnts, in dem sich weitreichende Umbrüche in der Gesellschaft anbahnten.
Die Autorin zeigte in der Lesung, die von der Dollendorfer Bücherstube gemeinsam mit dem Verein „Literatur im Siebengebirge“ organisiert wurde, noch einmal deutlich auf, wie steinig die ersten beruflichen Emanzipationsversuche der Frauen waren – und wie wegweisend für Frauen in der heutigen Zeit.
Zu dieser Lesung war auch die Köln-Bonner Community des Bundesverband Business Professionals e.V. (bSb) in der Dollendorfer Bücherstube zu Gast. Dagmar Weber schreibt dazu:
Die Bücherstube war gut gefüllt, und alle Teilnehmenden haben der Lesung mit großem Interesse gelauscht. Besonders schön waren die persönlichen Einschübe von Frau Dr. Braun. Die Autorin hat uns in die vergangene Zeit zurückgeholt und das Entstehen des Berufsbildes einer Sekretärin in den 50er-Jahren anschaulich dargestellt. Es gab auch durchaus die eine oder andere Anekdote, die zum Schmunzeln eingeladen hat.
Und schon damals gab es eine Zeitschrift für die Sekretärinnen „Gabriele – die perfekte Sekretärin“.
Und es entstanden die ersten zarten Verbindungen zur Entstehung eines Netzwerkes für Austausch, gegenseitige Hilfe und Weiterbildung. Nicht umsonst feiert der bSb in diesem Jahr sein 70jähriges Bestehen.
Ein rundum gelungener Abend, an dem sich noch ein persönlicher Austausch sowohl untereinander als auch mit der Autorin angeschlossen hat.
Ein großer Dank geht an dieser Stelle an Frau Braun, an die Dollendorfer Bücherstube und an den Literaturverein Siebengebirge e.V.





